Stahl- und Metallbau IHNEN

„Stahlbau ist unsere Aufgabe, Qualität ist unsere Leidenschaft.“

Bücher für Berlin

Klappentext

Zuerst war alles streng geheim. Im Herbst 2005 erhielten wir eine Anfrage der Firma EDAG Engineering + Design AG, mit der wir seit etwa 25 Jahren im Bereich der Fördertechnik zusammenarbeiten. Im Gegensatz zu normalen Aufträgen war alles streng vertraulich. Die Anfrage kam aus der hoch gesicherten Modellbausparte der EDAG, die sonst Kunststoffmodelle für neue Prototypen der Automobilindustrie herstellt. Im November wurde in Fulda, am Firmensitz der EDAG, das Schweigen gelüftet und uns das Gesamtprojekt vorgestellt:

Thema

Im Rahmen der von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufene Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, sollte bis Ende Mai 2006 der „Walk of Ideas“ im Zentrum von Berlin errichtet werden. Dabei handelt es sich um sechs großformatige Skulpturen, die an verschiedenen Standorten der Hauptstadt für die Dauer der Fußball Weltmeisterschaft 2006 herausragende und kulturprägende Ideen, Erfindungen und Leistungen aus Deutschland repräsentieren sollen.

Inhaltsverzeichnis

Es existierten bereits die Entwürfe der Skulpturen - von jungen Designern der Agentur Scholz & Friends gestaltet. Da von dem gesamten Projekt noch nichts publik werden sollte, musste eine Vertrauensklausel unterschrieben werden. Jegliche Weitergabe von Informationen war verboten. Wir bewarben uns für die Stahl-Innenkonstruktion und Montage mehrerer Skulpturen und bekamen schließlich den Zuschlag für die Skulptur „Der moderne Buchdruck“ – 12,20 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 5,00 Meter breit, Gesamtgewicht ca. 35 Tonnen. Es schloss sich ein reger Austausch über die technische Umsetzung an, denn es gab ungewöhnliche Bedingungen für die Aufstellung der Skulptur. Der Standort auf dem Bebelplatz vor der deutschen Staatsoper in Berlin ließ aufgrund unterirdisch verlegter Rohre und Leitungen sowie begrenzter Standdauer der Skulptur kein Fundament zu. Wegen der beträchtlichen Höhe und der großen Außenfläche, bestehend  aus 250 Kubikmetern mit Glasfaser laminiertem Neopor, sollten große Gewichte den Bücherstapel gegen Wind und Sturm sichern.

Unterm Buchdeckel

Der Aufbau der Skulptur besteht aus einer Stahlskelettkonstruktion, die 17 einzelne, von innen hohle Bücher passgenau miteinander verbindet. Um die aufwändige Montage in der Innenstadt Berlins auf ein Minimum zu reduzieren, wurden die Buchhüllen bereits in Fulda zu Blöcken vormontiert. Um auch das letzte Buch von innen verschrauben zu können, wurde in die oberste Hohlform eine Montageöffnung eingebaut, die natürlich von außen nicht sichtbar sein durfte.

Für die Standsicherheit des 12 Meter hohen Turmes sollten Betonformteile im unteren Bereich des Stapels sorgen. Um den Stapel aber auch für extreme Windbelastungen ausreichend zu versteifen, wurde die Idee einer „überdimensionalen Schraubzwinge“ entwickelt. Dafür wurden im Inneren der Konstruktion vertikal verlaufende Zugstangen angeordnet, die die gesamte Skulptur unter Zugspannung mit dem Beton verbindet.

Buchdruck

Logistische Detailplanung und umfangreiche Sicherheitsvor-kehrungen durch die  Behörden waren für den endgültigen Aufbau des Bücherstapels am Standort im Berliner Zentrum erforderlich. Mit höchster Genauigkeit erstellte Zeichnungen und Zeitpläne legten die Anlieferung und Lagerung des Materials im Detail fest. Innerhalb von drei Tagen baute ein aus drei STAHLBAU IHNEN-Mitarbeitern bestehendes Team die mit Sondertransporten aus Fulda antransportierten Blöcke zur fertigen Skulptur zusammen. Unser Bauleiter Dode Hartz konnte seine große Erfahrung einbringen und mit seinen Kollegen alle Vorgaben für Timing und Ablauf hervorragend einhalten. Mission erfüllt.

Buchvorstellung

Am 21. April enthüllten FC Deutschland-Geschäftsführer Mike de Vries, die Präsidentin des Goethe-Instituts, Prof. Dr. Jutta Limbach und Clemens-Peter Haase, Bereichsleiter Literatur und Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts, die Skulptur „Der moderne Buchdruck“.

Rezension

Wir haben uns sehr gefreut, von der Firma EDAG mit dem Aufbau der Skulptur betraut worden zu sein. Meistens stehen unsere Projekte, selbst wenn sie technisch viel anspruchsvoller sind, nach Fertigstellung in einer Werkhalle – und nicht für alle sichtbar im Stadtzentrum Berlins. Auch für unsere Mitarbeiter war es schön, etwas zur Präsentation Deutschlands bei der Fußballweltmeisterschaft beitragen zu können. Diese Chance bekommt man nicht all zu häufig. Das Vertrauen in unsere Firma sehen wir auch ein Stück weit als Bestätigung und Auszeichnung für die Qualität und Termintreue unserer Arbeit in der Vergangenheit.

Weitere Informationen zur Initiative „Fan Club Deutschland“ und zu den sechs XL-Skulpturen in Berlin finden Sie im Internet unter www.land-der-ideen.de.